Weiterlesen Burundi-Vortrag

 

Dabei nutzte Susanne Gebers gleich die Gelegenheit, ein wenig über den Weltladen zu informieren, der ja seit der Gründung ein ökumenisches Projekt der christlichen Gemeinden ist und seit einiger Zeit in der FELTO Filzwelt Waren aus fairem Handel anbietet. Sie warb auch dafür, dass weitere Ehrenamtliche zur Verstärkung des Teams hinzukommen. Weitere Informationen dazu gibt es auf www.weltladen-soltau.de.

 

 

 

Pfarrer Joseph Nijimbere ist in Burundi geboren und war dort lange Zeit als Pfarrer in der Seelsorge tätig. Zur Zeit promoviert er an der Katholischen Universität Eichstätt und ist schon mehrfach als Urlaubsvertretung für Pfarrer Busche in unserer Gemeinde und in St. Michael Munster aktiv. Als weiteren Referenten hatte er Dr. Giscard Hakizimana mitgebracht, der das Priesterseminar in Kiryama leitet und direkt an Projekten zur Armutsbekämpfung in Burundi mitwirkt.

 

 

 

So konnten beide kompetent über die Situation ihres Heimatlandes berichten. Burundi ist eines der kleinsten Länder Afrikas mit knapp 28.000 qkm, ist aber am dichtesten besiedelt. Und es herrscht dort große Armut - das Bruttoinlandsprodukt ist das zweitniedrigste der Welt. Burundi ist ein Agrarland. Das milde Äquatorialklima bringt sieben Monate Regenzeit, die Durchschnittstemperatur liegt bei ca. 26 Grad. Dementsprechend gedeihen dort viele Obst- und Gemüsesorten. Allerdings dienen die Produkte hauptsächlich zur Selbstversorgung der Bevölkerung, in den Export gehen meist nur Kaffee und Tee.

 

 

 

Es herrscht große Arbeitslosigkeit, ca. 65 Prozent der jungen Leute sind betroffen. Das Land ist eine Demokratie, jedoch kommt es zu Unregelmäßigkeiten in Gerichtsurteilen. Pfarrer Joseph erwähnte auch Fälle von Selbstjustiz, bei denen Diebe ohne Verhandlung körperlich bestraft werden. Auch Korruption ist ein Problem im Land.

 

 

 

Es gibt in Burundi kaum noch traditionelle Religionen, ca. 65 Prozent der Bevölkerung sind Katholiken, 13 Prozent Protestanten und knapp 2 Prozent Muslime.

 

In den katholischen Gemeinden des Landes findet man ein reges, lebendiges Glaubensleben. Auch die Ausbildung von Priestern ist auf einem hohen Niveau mit 600 Kandidaten im ganzen Land. Die katholische Kirche engagiert sich sehr im Bereich Bildung - die Schulen werden außerordentlich geschätzt. Es gibt Pilotprojekte in der Landwirtschaft und Viehzucht, auch Ausbildungswerkstätten sollen der Arbeitslosigkeit entgegenwirken. Bei Gesundheits- und Ernährungsprojekten wird seitens der katholischen Kirche in Zusammenarbeit mit der Caritas oder Missio viel getan.

 

 

Beide Referenten beantworteten zum Abschluss des Vortrages noch einige Publikumsfragen zu verschiedenen Themen. Sie bedankten sich herzlich für den guten Besuch und die großzügige Spendenbereitschaft: Insgesamt kamen 500,00 Euro an Spenden zusammen - darin enthalten auch eine Spende aus dem Projekt-Fördertopf des Weltladens.